IgA-Nephropathie: Welche Symptome treten auf?
Dr. Lioba Ester, 03.03.2026
Zusammenfassung In aller Kürze

IgA-Nephropathie: Welche Symptome treten auf?

Eine IgA-Nephropathie (IgAN) kann lange Zeit unbemerkt bleiben. Viele Menschen mit einer IgAN fühlen sich gesund, obwohl ihre Nieren bereits geschädigt sind. Erste Veränderungen zeigen sich häufig im Urin. Aber auch ein erhöhter Blutdruck kann ein Anzeichen sein. In diesem Beitrag erfährst Du, welche Symptome typisch sind, wann Du zu Deiner Ärztin oder zu Deinem Arzt gehen solltest und wie eine IgA-Nephropathie festgestellt wird.

01.

Wie macht sich eine IgA-Nephropathie bemerkbar?

Es gibt keine eindeutigen Symptome bei dieser Erkrankung. Eine IgAN macht sich daher oft erst spät bemerkbar. Das liegt auch daran, dass die Nieren einen Schaden zunächst noch lange ausgleichen können, bevor Beschwerden entstehen. Manche Menschen erfahren erst bei einer Routineuntersuchung, dass ihre Nieren nicht richtig arbeiten. Die häufigsten Anzeichen zu Beginn sind Blut und Eiweiß im Urin sowie ein erhöhter Blutdruck.

Blut im Urin

Blut im Urin (Hämaturie) ist eines der häufigsten Anzeichen einer IgAN.

Es kann auf zwei verschiedene Arten auftreten:

  • Sichtbares Blut im Urin: Der Urin ist rötlich oder bräunlich verfärbt.

  • Mikroskopische Hämaturie: Das Blut im Urin ist nur im Labor nachweisbar.

Typisch für eine IgAN ist außerdem, dass kurz nach einem Infekt (zum Beispiel einer Erkältung) Blut im Urin entweder neu oder vermehrt auftritt.

Eiweiß im Urin

Gesunde Nierenkörperchen (Glomeruli) halten Eiweiß im Körper und verhindern, dass es durch die Nieren ausgeschieden wird. Bei einer IgAN funktioniert diese Filterfunktion der Nierenkörperchen nicht mehr richtig, Eiweiß gelangt in den Urin (Proteinurie). Ein erstes Anzeichen dafür kann schäumender Urin sein. Durch eine Laboruntersuchung bei Deiner Ärztin oder bei Deinem Arzt lässt sich feststellen, ob Dein Urin tatsächlich Eiweiß enthält.

Die Menge an Eiweiß im Urin gibt Aufschluss darüber, wie ausgeprägt die Erkrankung ist und wie sich die Krankheit weiter entwickeln könnte. Dein Behandlungsteam wird daher regelmäßig kontrollieren, ob und wie viel Eiweiß Du über den Urin verlierst.

Erhöhter Blutdruck

Menschen mit einer IgAN haben häufig einen erhöhten Blutdruck (Hypertonie). Meist treten dabei keine weiteren spürbaren Symptome auf. Bleibt ein erhöhter Blutdruck unbemerkt, kann das die Nieren und auch andere Organe zusätzlich schädigen. Es ist wichtig, dass Dein Blutdruck daher regelmäßig kontrolliert wird.

Unspezifische Beschwerden im Verlauf einer IgAN

Wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten, können weitere Symptome auftreten.

Dazu gehören:

  • Müdigkeit und Erschöpfung

  • Konzentrationsprobleme

  • Flüssigkeitseinlagerungen (zum Beispiel in den Beinen)

Diese Symptome sind jedoch nicht spezifisch für IgAN und können auch andere Ursachen haben. Sie treten meist erst dann auf, wenn die Nierenfunktion schon stärker eingeschränkt ist.

02.

Wann sollte ich zu meiner Ärztin oder meinem Arzt gehen?

Du solltest einen Termin bei Deiner Ärztin oder Deinem Arzt machen, wenn:

  • Blut in Deinem Urin sichtbar ist,

  • Du wiederholt Auffälligkeiten im Urin feststellst.

  • Dein Blutdruck erhöht ist (vor allem in jungen Jahren).

Oft wird eine IgAN zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt, zum Beispiel bei der Hausärztin oder dem Hausarzt oder auch bei Einstellungs- oder Betriebsarztuntersuchungen.

03.

Wie wird eine IgAN festgestellt?

Einen ersten Hinweis gibt meist eine Urinuntersuchung. Dabei wird geprüft, ob in Deinem Urin Blut oder Eiweiß sind. Beides kann auf eine Schädigung der Nieren hinweisen.

Zusätzlich wird eine Blutprobe entnommen und untersucht. Dabei werden die Nierenwerte (meistens das sogenannte Kreatinin mit Berechnung einer Glomerulären Filtrationsrate, kurz eGFR) bestimmt. Die Blutuntersuchung zeigt, wie gut Deine Nieren arbeiten.

Wenn diese Untersuchungen darauf hinweisen, dass Deine Nieren geschädigt sind, wird eine Nierenbiopsie durchgeführt. Dabei entnimmt die Ärztin oder der Arzt eine kleine Gewebeprobe aus der Niere. Dieses Gewebe wird unter dem Mikroskop untersucht. Nur so lässt sich eindeutig feststellen, ob eine IgA-Nephropathie vorliegt.

04.

In aller Kürze:

Eine IgA-Nephropathie verursacht oft über lange Zeit keine Beschwerden. Das häufigste Zeichen ist Blut und Eiweiß im Urin. Die Menge an Eiweiß zeigt, wie fortgeschritten die Krankheit ist. Häufig kommt auch ein erhöhter Blutdruck hinzu. Allgemeine Beschwerden wie zum Beispiel Müdigkeit und Konzentrationsprobleme treten meist erst später auf, wenn die Nierenfunktion bereits stärker eingeschränkt ist.

Cheung C.K. & Barratt J., (2024), IgA nephropathy: Clinical features and diagnosis. UpToDate. https://www.uptodate.com/contents/iga-nephropathy-clinical-features-and-diagnosis (Abruf am 01.03.2026)

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